Willkommen bei der Blogtour zu Infiziert. Dies ist die zweite Station durch die zerklüfteten Trümmer der verfallenen Welt. Gestern wurden schon die Zombies auf euch losgelassen. Heute zeige ich euch eine sichere Passage durch die Straßenschluchten.

Als ich „Infiziert“ schrieb, habe ich zu Beginn nicht darüber nachgedacht, wo Charlie lebt. Es war zuerst ein fiktiver Ort. Als ich dann an den Punkt kam, an dem ich mir überlegen musste, welchen Namen ich dem Schauplatz meines Buches geben soll, stand ich vor einer komplizierteren Frage, als ich gedacht hatte.
Ich wollte die Geschichte nicht an den üblichen Orten stattfinden lassen, die in Büchern gerne gewählt werden, weil wir sie durch die Massenmedien kennen. Wie viele Zombies sind schon durch die Straßen großer amerikanischer Städte marodiert oder hausten in London? Aber kann ein Buch überhaupt Erfolg haben, wenn der Handlungsort außerhalb der Erwartungen liegt? Welche Erwartungen hat die Zielgruppe meines Romans und will ich den Schauplatz wirklich davon abhängig machen?
Einen interessanten Beitrag zu dem Thema des Schauplatzes findet ihr auch bei:
Thomas the Pommes
Ich tat mich jedenfalls schwer mit einer Entscheidung und schob sie deshalb hinaus. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass es eine gute Idee war, so zu verfahren.
Im Laufe des Schreibprozesses habe ich gemerkt, dass Charlie in Berlin lebt. Das mag sich seltsam anhören, aber ich bin eine intuitive Autorin. Ich schreibe meinen Plotplan zeitgleich mit meinem Buch und lasse die Charaktere bestimmen, was passieren soll. Charlie hat darauf bestanden, dass ihre Stadt Berlin ist und ihrem Charakter treu, ist es ihr egal, ob unsere Prägung durch die Medien Amerika als Schauplatz attraktiver macht, weil New York ein größeres Publikum ansprechen könnte.
Nachdem das feststand, habe ich mit Hingabe die Plätze beschrieben, an denen die Handlung stattfindet. Zwischendurch wohnt Rafaels Gruppe sogar in meiner alten Schule und verfeuert das Holz aus den Werkräumen. Dadurch hatte ich das Gefühl, meine Figuren zu begleiten und ihnen nicht einfach zuzusehen. Charlies Geschichte mit den Bildern aus meinem Kopf zu verknüpfen, die ich von der Stadt habe, in der ich aufgewachsen bin, hat meinen Debütroman für mich auf eine weitere Weise zu etwas Persönlichem gemacht.
Es gibt aber auch Schauplätze, die ich frei erfunden habe. Das Berlin, in dem die letzten Menschen der verfallenen Welt , ist eine Mischung aus echten Erinnerungen und Fiktion. Dadurch wird es zu einem realen Ort, der nicht mir, sondern den Figuren aus „Infiziert“ gehört.
Im Schreibprozess habe ich mich dazu entschieden, den Namen Berlin nicht explizit zu nennen. Es wird im Buch nur von „der Stadt“ gesprochen. Der Sinn dahinter, ist nicht etwa die Unsicherheit, ob ich nicht doch besser einen amerikanischen Schauplatz gewählt hätte. Es ging mir bei der Namenlosigkeit um einen anderen Aspekt.
Welche Bedeutung haben die Namen der Städte noch, wenn die Apokalypse, die menschliche Zivilisation ausgerottet hat? Wir rufen niemanden mehr an, um ihm zu sagen, wo wir gerade sind. Wir schicken keine Briefe mehr. Wie oft denken wir darüber nach, wie unsere Stadt heißt, wenn wir diese Information nicht für andere Menschen von außerhalb brauchen?
Es geht um die Vergänglichkeit der Namen und der Bedeutung, die wir ihnen geben.

Ich hoffe euch hat der persönliche Einblick zum Schauplatz gefallen.
Wenn ihr den vorhergehenden Beitrag zur Blogtour lesen wollt und mehr über Zombies wissen möchtet, dann schaut bei Blue Siren vorbei.
Die nächste Station ist bei Nike Leonhard. Sie weiß spannende Details zum Thema Dystopie und Technik.
Wenn ihr gut aufgepasst habt, dann ist euch das blutige Wort in meinem Text nicht entgangen. Solche blutigen Worte findet ihr auch in den anderen Beiträgen der Blogtour. Sie ergeben einen Satz, den ihr an schreibtrieb-buchblog@gmx.de schicken könnt. Sie lässt euch dann in den geheimen Bunker für Überlebende. Doch nur ein Los kann gewinnen und so wird der Zufall entscheiden, wer von euch das Handbuch zum Überleben in der Zombiekalypse (meinen Roman „Infiziert“) bekommt.
Ich wünsche euch viel Glück dort draußen und noch ganz viel Vergnügen bei der Blogtour zu „Infiziert“.

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