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Lust & Laune

Der kreative Wahn der Elenor Avelle

Monat

Januar 2018

Online Lesung

Anlässlich unserer Nominierung für den besten Independent Titel beim Seraph 2018, haben wir eine Lesung organisiert. Am 4. Februar könnt ihr, moderiert von Tina von „Mein Buch meine Welt“, Auszügen aus unseren Romanen lauschen und uns anschließend Fragen stellen.

Ich bin überglücklich, mit solch großartigen Kollegen zusammenarbeiten zu können und freue mich darauf, euch bei unserer FB-Veranstaltung zu hören.
Vielen Dank Nora Bendzko, Matthias TeutKatrin IlsTimo LeibigJanna RuthBirte Lämmle und Tina.

Schaut rein!

Hinweis: Diese Aktion steht in keinem direkten Zusammenhang mit der Phantastischen Akademie. Sie wird von den oben genannten Autoren veranstaltet.

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Der chauvinistische Welpe und die revolutionäre Jungfrau

Es ist nicht so lange her, da habe ich mir den Film Valerian angesehen. Mir hat der Trailer gefallen und ich bin in allen Aspekten ein Liebhaber von Science Fiction Geschichten. Die Erwartungen waren nicht sehr hoch, da ich außer dem Trailer sonst keine Hintergrundinformationen hatte und dann wartete der Film mit einem kolossalen Start auf. Bildgewaltig, detailreich und fantastisch. Die Alienvölker, die Animationen, die Choreografie, die Musik, der Humor, alles stimmte, um diesen Film zu einem meiner neuesten Lieblingsstreifen werden zu lassen.
Dann lagen die beiden Hauptprotagonisten Valerian und Laureline – beide hochrangige Agenten der Regierung der menschlichen Territorien – plötzlich in einem künstlichen Strandambiente aufeinander, als Laureline ihrem Vorgesetzten Valerian die neuen Befehle weitergeben will und er sie daraufhin anmacht. So weit so gut, kann man machen. Er ist ein Weiberheld und zieht alle Register, um bei ihr zu landen. Sie ist eine gebildete, eigenständige Soldatin, die weiß, dass das nicht gut gehen kann und lässt ihn abblitzen. Dass Valerian den ganzen Film hindurch wieder und wieder versucht, bei ihr zu landen ist auch unproblematisch, da es zu dem Charakter passt, der ihm zu Beginn zugesprochen wird.
Was mir den ganzen Film allerdings verdorben hat, war die erzwungene Charakterwandlung. Sie beginnt von seiner Seite mit, „Ich bin ein Arschloch, aber du wirst mich trotzdem nehmen!“ und endet von ihrer Seite mit, „Ja ich heirate dich.“ Als ein Mensch, der immer und überall Liebesgeschichten genießen kann, habe ich meine Freunde schockiert, als ich sagte: „Diesem Film hätte es wirklich gut getan, wenn sie die Liebesgeschichte gestrichten hätten. Die hat ihn kaputt gemacht.“ Und genau so empfinde ich den Film. Als der Abspann lief, saß ich da und wollte mich über die tollen Eindrücke freuen, konnte es aber nicht, weil ich so genervt war.
Charaktere leben von ihrer Authentizität. Autoren wissen, dass es essentiell ist ihnen Tiefe zu geben, über ihre Beweggründe nachzudenken und ihrem Handeln einen Sinn zu geben. Charaktere können sich wandeln, aber das geht nur, wenn es dafür auch Ursachen gibt. Wer wacht schon morgens auf und stellt fest: „Ey, ich habe mein Verlangen nach Abwechslung bei Frauen verloren, ab jetzt bin ich treu.“
Kaum hatte ich mich halbwegs in einen der beiden Hauptcharaktere hineinversetzt, wurde ich wieder hinaus katapultiert, angefangen bei Laureline. Sie ist eine Agentin der Zukunft, ein Sergeant mit Kampferfahrung, die in einem Zweier-Team Regierungsaufträge auszuführen hat. Aber wie zum Teufel ist sie auf diesen Posten gelangt? Ständig gerät sie in Schwierigkeiten und soll geopfert werden, wie eine Prinzessin aus dem Märchen und statt sich selbst zu helfen, schreit sie in einer Tour „VALERIAN“ damit er kommt, um sie zu retten. Das passt einfach nicht zusammen und ich fragte mich: „Was denn nun, ist sie eine hilflose, kreischende Prinzessin oder eine widerspenstige, kampflustige Agentin?“ Es gibt beides und für beides kann ein Autor sich entscheiden, aber die starke Agentin der Zukunft ständig nach ihrem Partner kreischen zu lassen, wenn sie mal wieder in Gefahr ist, geht gar nicht. Ihr ab und an aufpoppender Eigensinn ist es auch, der sie ständig in Käfigen enden lässt, denn die doofe kleine Agentin macht einfach nicht das, was ihr cooler Held sagt, nämlich draußen warten. Das ist eine häufige Anweisung an unsere Protagonistin, sie soll draußen aufpassen und darf nicht mit. Was ist denn das für ein Team und wie zum Teufel ist sie so Sergeant geworden?
Aber nicht nur Laureline ist ein Bäumchen wechsel dich, auch unser artistischer Superagent Valerian ist ein Charakterchamäleon. Eigentlich ist er ein Chauvinist, der eine Hitlist seiner Eroberungen führt und möchte Laureline dieser Liste gerne hinzufügen. Soweit war er als umtriebiger Macho glaubwürdig. Doch dann bekehrt unsere holde Maid den Helden irgendwie (seinen Namen zu kreischen war vielleicht eine Zauberbannformel. Auf mich hat es jedenfalls gewirkt, denn mich überkam dann immer ein Bedürfnis sie zu würgen), und er erkennt zwischen den zahllosen Rettungsmanövern und dem tollen Teil der Science Fiction Handlung, was wahre Liebe ist und platzt mit dem Heiratsantrag heraus. Mit seinem unwiderstehlichen Welpenblick ist die Wandlung zum Helden ohne Fehl und Tadel dann komplett. An der Stelle dachte ich nur noch „AUA“ und wünschte mir die ganze Liebensbeziehung weg.
Im Nachhinein habe ich mich gefragt, woran es lag, dass die Charaktere so merkwürdig gestaltet waren. Lag es daran, dass sie Grundgeschichte aus Comics aus den 60er Jahren stammt und Frauen zu der Zeit als Figur zwar was hermachten, aber dann bitte als Kommunikationsoffizier, wartend vor der Tür oder als zu rettendes Objekt? Es kommt mir fast vor, wie der Zwang die 60er Jahre Frauenfigur zu modernisieren und sie stark darzustellen. Doch das ist leider missglückt. Es wäre schön gewesen, wenn sich die Macher des Films für einen glaubwürdigen Charakter entschieden hätten. Geltungsbedürfnis und Untreue lassen sich nicht mit einem magischen Zauberkreischen aus der Welt schaffen und Frauen verfügen nicht über die Allmacht aus Machos integrere Gentlemen zu formen. Wieso sich die Geschlechterbilder vom bekehrten Badboy und der schwachen Revolutionärin momentan einer so großen Beliebtheit erfreuen, verstehen ich nicht. Sie sind ein Wiederspruch in sich. Sehr schade.

Auf der Longlist des Indie-Seraph2018

Seit einem guten Jahr bin ich nun offiziell Autorin. Mein Debüt „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ habe ich im Sommer 2017 veröffentlicht und mir damit meinen Lebenstraum erfüllt. Das war ein großer Schritt, denn Künstlerberufe sind undankbar. In unsere Arbeit fließt ein Teil unserer Seele, die wir der Welt bloßlegen und das in dem Wissen, dass jeder gerne Kunst genießt, ihr aber oft ein geringer Wert beigemessen wird. Von seiner Kunst kann kaum ein Künstler leben. Dennoch wagen wir den Schritt, denn Künstler haben eine drängende Leidenschaft, die ans Licht will. Als Mutter zerreißt es mich manchmal fast, auch noch Autorin zu sein, weil ich oft zurückstecken muss und meine Projekte hinter meiner Fürsorge für meine Kinder zurückbleiben. Für mich war die Veröffentlichung meines ersten Romans trotzdem eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Nach einer langen Zeit ohne Unterstützung für meinen Traum, bin ich jetzt umgeben von Menschen, die meine Leidenschaft mit mir teilen und mich ermutigen immer noch einen Schritt weiter zu gehen. Deshalb habe ich mich für den Indie-Seraph2018 beworben und bin heute morgen fast vom Stuhl gekippt, als mir eine Nornenschwester aus unserem Fantastiknetzwerk mitteilte, dass ich auf der Longlist stehe. Das ist so unbeschreiblich großartig.

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