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Lust & Laune

Der kreative Wahn der Elenor Avelle

Der chauvinistische Welpe und die revolutionäre Jungfrau

Es ist nicht so lange her, da habe ich mir den Film Valerian angesehen. Mir hat der Trailer gefallen und ich bin in allen Aspekten ein Liebhaber von Science Fiction Geschichten. Die Erwartungen waren nicht sehr hoch, da ich außer dem Trailer sonst keine Hintergrundinformationen hatte und dann wartete der Film mit einem kolossalen Start auf. Bildgewaltig, detailreich und fantastisch. Die Alienvölker, die Animationen, die Choreografie, die Musik, der Humor, alles stimmte, um diesen Film zu einem meiner neuesten Lieblingsstreifen werden zu lassen.
Dann lagen die beiden Hauptprotagonisten Valerian und Laureline – beide hochrangige Agenten der Regierung der menschlichen Territorien – plötzlich in einem künstlichen Strandambiente aufeinander, als Laureline ihrem Vorgesetzten Valerian die neuen Befehle weitergeben will und er sie daraufhin anmacht. So weit so gut, kann man machen. Er ist ein Weiberheld und zieht alle Register, um bei ihr zu landen. Sie ist eine gebildete, eigenständige Soldatin, die weiß, dass das nicht gut gehen kann und lässt ihn abblitzen. Dass Valerian den ganzen Film hindurch wieder und wieder versucht, bei ihr zu landen ist auch unproblematisch, da es zu dem Charakter passt, der ihm zu Beginn zugesprochen wird.
Was mir den ganzen Film allerdings verdorben hat, war die erzwungene Charakterwandlung. Sie beginnt von seiner Seite mit, „Ich bin ein Arschloch, aber du wirst mich trotzdem nehmen!“ und endet von ihrer Seite mit, „Ja ich heirate dich.“ Als ein Mensch, der immer und überall Liebesgeschichten genießen kann, habe ich meine Freunde schockiert, als ich sagte: „Diesem Film hätte es wirklich gut getan, wenn sie die Liebesgeschichte gestrichten hätten. Die hat ihn kaputt gemacht.“ Und genau so empfinde ich den Film. Als der Abspann lief, saß ich da und wollte mich über die tollen Eindrücke freuen, konnte es aber nicht, weil ich so genervt war.
Charaktere leben von ihrer Authentizität. Autoren wissen, dass es essentiell ist ihnen Tiefe zu geben, über ihre Beweggründe nachzudenken und ihrem Handeln einen Sinn zu geben. Charaktere können sich wandeln, aber das geht nur, wenn es dafür auch Ursachen gibt. Wer wacht schon morgens auf und stellt fest: „Ey, ich habe mein Verlangen nach Abwechslung bei Frauen verloren, ab jetzt bin ich treu.“
Kaum hatte ich mich halbwegs in einen der beiden Hauptcharaktere hineinversetzt, wurde ich wieder hinaus katapultiert, angefangen bei Laureline. Sie ist eine Agentin der Zukunft, ein Sergeant mit Kampferfahrung, die in einem Zweier-Team Regierungsaufträge auszuführen hat. Aber wie zum Teufel ist sie auf diesen Posten gelangt? Ständig gerät sie in Schwierigkeiten und soll geopfert werden, wie eine Prinzessin aus dem Märchen und statt sich selbst zu helfen, schreit sie in einer Tour „VALERIAN“ damit er kommt, um sie zu retten. Das passt einfach nicht zusammen und ich fragte mich: „Was denn nun, ist sie eine hilflose, kreischende Prinzessin oder eine widerspenstige, kampflustige Agentin?“ Es gibt beides und für beides kann ein Autor sich entscheiden, aber die starke Agentin der Zukunft ständig nach ihrem Partner kreischen zu lassen, wenn sie mal wieder in Gefahr ist, geht gar nicht. Ihr ab und an aufpoppender Eigensinn ist es auch, der sie ständig in Käfigen enden lässt, denn die doofe kleine Agentin macht einfach nicht das, was ihr cooler Held sagt, nämlich draußen warten. Das ist eine häufige Anweisung an unsere Protagonistin, sie soll draußen aufpassen und darf nicht mit. Was ist denn das für ein Team und wie zum Teufel ist sie so Sergeant geworden?
Aber nicht nur Laureline ist ein Bäumchen wechsel dich, auch unser artistischer Superagent Valerian ist ein Charakterchamäleon. Eigentlich ist er ein Chauvinist, der eine Hitlist seiner Eroberungen führt und möchte Laureline dieser Liste gerne hinzufügen. Soweit war er als umtriebiger Macho glaubwürdig. Doch dann bekehrt unsere holde Maid den Helden irgendwie (seinen Namen zu kreischen war vielleicht eine Zauberbannformel. Auf mich hat es jedenfalls gewirkt, denn mich überkam dann immer ein Bedürfnis sie zu würgen), und er erkennt zwischen den zahllosen Rettungsmanövern und dem tollen Teil der Science Fiction Handlung, was wahre Liebe ist und platzt mit dem Heiratsantrag heraus. Mit seinem unwiderstehlichen Welpenblick ist die Wandlung zum Helden ohne Fehl und Tadel dann komplett. An der Stelle dachte ich nur noch „AUA“ und wünschte mir die ganze Liebensbeziehung weg.
Im Nachhinein habe ich mich gefragt, woran es lag, dass die Charaktere so merkwürdig gestaltet waren. Lag es daran, dass sie Grundgeschichte aus Comics aus den 60er Jahren stammt und Frauen zu der Zeit als Figur zwar was hermachten, aber dann bitte als Kommunikationsoffizier, wartend vor der Tür oder als zu rettendes Objekt? Es kommt mir fast vor, wie der Zwang die 60er Jahre Frauenfigur zu modernisieren und sie stark darzustellen. Doch das ist leider missglückt. Es wäre schön gewesen, wenn sich die Macher des Films für einen glaubwürdigen Charakter entschieden hätten. Geltungsbedürfnis und Untreue lassen sich nicht mit einem magischen Zauberkreischen aus der Welt schaffen und Frauen verfügen nicht über die Allmacht aus Machos integrere Gentlemen zu formen. Wieso sich die Geschlechterbilder vom bekehrten Badboy und der schwachen Revolutionärin momentan einer so großen Beliebtheit erfreuen, verstehen ich nicht. Sie sind ein Wiederspruch in sich. Sehr schade.

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Auf der Longlist des Indie-Seraph2018

Seit einem guten Jahr bin ich nun offiziell Autorin. Mein Debüt „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ habe ich im Sommer 2017 veröffentlicht und mir damit meinen Lebenstraum erfüllt. Das war ein großer Schritt, denn Künstlerberufe sind undankbar. In unsere Arbeit fließt ein Teil unserer Seele, die wir der Welt bloßlegen und das in dem Wissen, dass jeder gerne Kunst genießt, ihr aber oft ein geringer Wert beigemessen wird. Von seiner Kunst kann kaum ein Künstler leben. Dennoch wagen wir den Schritt, denn Künstler haben eine drängende Leidenschaft, die ans Licht will. Als Mutter zerreißt es mich manchmal fast, auch noch Autorin zu sein, weil ich oft zurückstecken muss und meine Projekte hinter meiner Fürsorge für meine Kinder zurückbleiben. Für mich war die Veröffentlichung meines ersten Romans trotzdem eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Nach einer langen Zeit ohne Unterstützung für meinen Traum, bin ich jetzt umgeben von Menschen, die meine Leidenschaft mit mir teilen und mich ermutigen immer noch einen Schritt weiter zu gehen. Deshalb habe ich mich für den Indie-Seraph2018 beworben und bin heute morgen fast vom Stuhl gekippt, als mir eine Nornenschwester aus unserem Fantastiknetzwerk mitteilte, dass ich auf der Longlist stehe. Das ist so unbeschreiblich großartig.

Geschichtliches

Nach meiner Indianerbuch-Phase, hat mir meine Mutter Bücher aus dem Beltz Verlag geschenkt. Damals kamen die Gullivers Bücher noch in orangem Rahmen daher. Mein erstes Buch in orange war Ich bin ein Stern.
Ich kannte den geschichtlichen Hintergrund zu dem Zeitpunkt nur rudimentär, aber besser als manche meiner Klassenkameraden. Kinder betrachten geschichtliche Hintergründe ja auch anders als Erwachsene. Mit neun Jahren wusste ich, dass der zweite Weltkrieg stattgefunden hatte, ohne ihn wirklich einordnen zu können. Ich wusste, dass schlimme Dinge geschehen waren, an die sich lieber niemand erinnern wollte und das grausame Menschen, eine für mich unvorstellbare Menge an anderen Menschen, gefangen und getötet hatten.
Woran ich mich sehr deutlich erinnern kann, ist unser nachfolgender Besuch im Konzentrationslager Sachsenhausen, der mir vor Augen geführt hat, was ich zuvor gelesen habe. Ich schilderte meine grausigen Eindrücke im Unterricht später so nachhaltig, dass eine Mutter eines Klassenkameraden in der Schule anrief, um sich zu beschweren, dass ihr Sohn davon Albträume bekommen hätte.
Die Ereignisse aus dem Buch spielten sich in Theresienstadt ab, nicht in Sachsenhausen, aber die Beschreibungen von Inge Auerbacher, sind so eingängig, dass ich sie wiedererkannte und nachempfand. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an die Gerüche und das Gefühl denke, die die Räume füllten, wie verzweifelte Geister.
Als Kind ist es unglaublich schwer die furchtbaren Ereignisse aus der Nazizeit zu begreifen, aber die Darstellung im Buch, die Erzählung aus der Sicht des Kindes, hat es mir ermöglicht den Schrecken zu verstehen, den das Mädchen erlebt hat. Es war keine abstrakte Information, sondern ein normales Kinderleben, mit all seinen Sorgen und Wünschen, genau wie meines.
Ich bin ein Stern hat meine ersten Eindrücke zum Holocaust nachhaltig geprägt, weil es das Unerklärliche für mich fühlbar gemacht hat. Das liegt zum einen an der Sprache, die beinahe wie die eines Kindes ist, ohne plump oder simpel zu sein und an den Gedankengängen und Beschreibungen, die in ihrer knappen Klarheit sehr gut nachvollzogen werden können.
Ich bin dankbar, dass Inge Auerbacher diesen Teil ihres Lebens geteilt hat, so dass ich ihn lesen konnte und kann das Buch sehr empfehlen.

Jubiläum der Rechargers: Ein Jahr schon!

Vor einem Jahr, zur NaNoWriMo-Zeit, fanden sich drei Autoren zusammen, die sich über Leistungsdruck und das Aufladen der eigenen Akkus unterhielten. Der Austausch war so rege und spaßig, dass daraus eine ganze Kampagne entstand. Am 24.11.2018 entließen Elyseo alias ‚Der Magier‘, Michaela alias ‚Die Seherin‘ und ich alias ‚Die Beschwörerin‘ #DieRechargeables in die Freiheit, um andere Autoren mit Energie, Spaß und Selbstreflektion zu beglücken.

Mittlerweile sind wir nicht mehr drei, sondern fünf. Eva alias ‚Die Gelehrte‘ hat sich den violetten Zylinder aufgesetzt und Nike alias ‚Spektakulanza‘ reitet auf ihrem Steckenpferd durch die Heldenwelt.

Eine Menge toller Aktionen sind unter den Rechargeables angelaufen. Meine absoluten Lieblinge waren, die goldene Strumpfhose, die sich Autoren einen Tag lang ‚angezogen‘ haben und virtuell gesucht werden konnten, und #AmoristPralinenhändler. Folgt den Links zu all den tollen Autorenseiten.

Das #Inspirationsfeuer von Pfingsten kann euch in dieser Jahreszeit wärmen.

Inspirationsfeuer

Dann sind die Rechargeables vom Selbstauflader zur Energie für euch geworden und nennen sich jetzt #DieRechargers. Unter diesem Namen präsentieren sie den #Booktalk. Zwei Folgen sind bereits erschienen (99Namen und Aath Lan Tis), die dritte ist gerade in Arbeit.

Auch in diesem Jahr wollen wir die goldene Strumpfhose verleihen.
Seid gespannt, wer von uns zum Superhelden gemacht wird.

 

 

 

 

Ihr wollt auch mal beim Booktalk auf der Couch sitzen und über ein Buch sprechen? Ihr wollt eine Strumpfhose oder hättet Lust beim Zeichnen mitzumachen? Hinterlasst einen Kommentar 🙂

Der legalisierte Täter

Wenn du nicht willst, dass du Schaden nimmst, dann pass dich an. Diese Mentalität verfolgt mich schon mein ganzes Leben.
Ich war in der Schule nie beliebt, denn ich habe so viele Ecken und Kanten, dass ich ständig hängen bleibe. Als Erwachsene spielt es kaum noch eine Rolle, aber als Jugendliche, tat ich mich schwer. Ich habe einfach nicht getan, was alle getan haben. Stattdessen hatte ich mit Fünfzehn noch Barbies, weil meine Mutter umwerfende Kleider und Accessoires genäht hat und ich mit Wonne aus Schachteln Möbel gebastelt habe. Ich habe meine Disney-Stickerhefte nicht versteckt, sondern in der Schule dabeigehabt und ich habe auch als Teenager noch mit meinem Stofftier geschlafen und kein Geheimnis daraus gemacht. Meine Klamotten waren gemütlich und bunt. Ich habe nicht geraucht, nicht getrunken, kein Make-Up benutzt. Ich war out, ein Loser, wie er im Buche steht. Dafür habe ich viel einstecken müssen, denn wer sich nicht anpasst, lädt quasi dazu ein, mit der Heckenschere anzurücken, um zurechtgestutzt zu werden.
Bei meinem Sohn erlebe ich es erneut. „Er muss härter im Nehmen werden“, ist der allgemeine Ratschlag.
Merkt ihr was? Täter sein ist okay. Die Botschaft: Wenn du ein Opfer bist, dann machst du was falsch.
Genau das spiegelt auch die aktuelle Debatte zum Hashtag #OhneMich wieder. Hierbei geht es wortwörtlich um eine andere Verpackung, aber der Inhalt ist der gleiche. Die Täter werden in Schutz genommen und die Betroffenen dazu aufgefordert sich zu ändern, damit sie die Täter nicht provozieren. Aber klar, wenn schon bei Kindern und Jugendlichen kommuniziert wird, dass es vollkommen normal ist, Täter zu sein, dass es an der Provokation durch die Opfer liegt, dann werden diese Kinder auch als Erwachsene Täter bleiben.
Die #OhneMich Diskussion ist viel mehr, als die Frage, ob Frauen lieber schwarze, flatternde Kutten ohne Make-Up tragen sollten. Es geht um unsere Einstellung zum Unrecht.

Das ist keine Toleranz, das ist dem Hass eine Bühne geben

Ich war in diesem Jahr das erste Mal auf der Frankfurter Buchmesse. Einen ganzen Tag habe ich für dieses Event reserviert und das, obwohl ich im Oktober keine Termine frei habe. Doch es war mir sehr wichtig, nachdem ich mich ein Jahr lang als Autorin in die sozialen Medien eingearbeitet habe, einen Eindruck von der Frankfurter Buchmesse zu gewinnen. Mein Interesse war vielschichtig und ich hatte einen Plan, welcher Artikelthemen ich mich annehmen will.

Mein Messebesuch war fantastisch. Von elf bis achtzehn Uhr war ich am Samstag an der Seite von Eva-Maria Obermann auf dem Gelände unterwegs. Es gab so viel zu sehen, dass ich zwischenzeitlich von den Eindrücken erschlagen war. Ich merkte schnell, dass es die Fachbesuchertage nicht ohne Grund gibt, denn in dem Gewühl, das am Wochenende in den Hallen herrscht, ist es so gut wie unmöglich, Recherche zu betreiben und sich Zeit für ein entspanntes Gespräch zu nehmen.
Am wertvollsten erschien mir in dieser Hinsicht tatsächlich die Zeit, die wir pausiert haben. Während Eva für eine Widmung von Valeria Docampo anstand, habe ich in Ruhe die Menschen um mich herum beobachtet. Die Vielfalt der Stände war mir schon aufgefallen. Aber auch die Besucher waren von überall hergekommen. Eltern hatten ihre Kinder dabei, und unter ihnen war nicht nur das klassische Familienmodell, Freunde jeden Alters waren zusammen unterwegs, Menschen in Kostümen tummelten sich dazwischen und ich hörte viele verschiedene Sprachen. Die Stimmung war offen und frech. Gerade in Anbetracht dessen, dass ich mir der kontroversen Diskussion über die Verlage, die der rechten Szene zugeordnet werden und ebenfalls auf der Messe einen Standplatz erhalten hatten, bewusst war, haben mich die schönen Eindrücke versöhnt.
Ich fuhr in der Gewissheit nach Hause, dass ich einen Artikel über genau dieses Thema schreiben will: Bücher sind bunt und das ist die Messe auch.
Kaum war ich Zuhause angekommen und wollte meine Fotos online stellen, las ich die ersten Mitteilungen zu den Ausschreitungen, die kurz nachdem ich gegangen war, losgegangen sein müssen. Ich las den Namen Höcke und runzelte irritiert die Stirn. Politik auf der Buchmesse? Dann folgte die offizielle Stellungnahme der Messeleitung, und ich fiel aus allen Wolken. Da kommt es zu gewalttätigen Übergriffen und die Reaktion dazu ist, wir verurteilen das, aber waschen unsere Hände in Unschuld? Wer tolerant sein will, der muss auch andere Meinungen tolerieren, ist das Entschuldigungsmäntelchen, in das die Verantwortlichen schlüpfen. Doch ist ihnen nicht bewusst, dass sie ihre Grundsätze aushebeln, wenn sie Messeteilnehmer zulassen, die sich aggressiv gegen Toleranz stellen? Toleranz ist nicht unendlich. Sie endet dort, wo die Intoleranz beginnt. So ist es auch mit der freien Meinungsäußerung. Sie entschuldigt keine Straftaten. Beleidigungen und Hetzreden fallen nicht mehr unter den Schutz des Grundgesetzes und das aus gutem Grund, denn ohne Grenzen herrscht Anarchie.
Die Messeleitung hat sich bewusst dazu entschieden, diese Grenzen nicht einzuhalten. Stattdessen wird Menschen eine Bühne geboten, die vor Gewalt nicht zurückschrecken. Das ist keine Toleranz mehr, sondern Förderung rechtsradikaler Inhalte.
Ich kann meinen Artikel zur bunten Buchmesse nicht mehr schreiben und ich will es auch nicht. Denn das Schlimme daran ist, dass es schon von Beginn an falsch war. Wie können wir uns für unsere Toleranz und Offenheit selber auf die Schulter klopfen, wenn zugelassen wird, dass direkt neben uns Angst und Hass geschürt werden. Was nun?
Die Frankfurter Buchmesse 2017 ist vorbei. An dem, was dort geschehen ist, können wir nichts mehr ändern. Aber wir können daraus etwas lernen. Es ist an uns, dem Hass keine Bühne zu geben, weder auf der Buchmesse noch außerhalb. Wir dürfen nicht schweigen. Gerade in Anbetracht dessen, dass Bilder von der Frankfurter Buchmesse auf einschlägigen rechten Profilseiten dazu genutzt werden, gezielt nach der Identität vermeintlich linksradikaler Personen in der Menge zu suchen, als wären wir kurz davor, die SS wieder auf die Straßen zu schicken. Liebe FBM Leitung, das muss doch endlich mal Konsequenzen haben.
Was die Buchmesse 2018 angeht: Sollte die Messeleitung auch dann wieder Verlage mit rechtsradikalen Inhalten zulassen, müssen wir zusammenfinden.
Schon dieses Jahr hatten wir im Nornennetz überlegt, uns zu einem Flashmob zu formieren und zu singen. Wir wollten so unseren Protest gegen Hass und Gewalt zum Ausdruck bringen. Genau das sollten wir alle 2018 tun, so laut singen, dass der Hass nicht mehr zu hören ist. Singen statt schreien. Denn die Messe gehört den Büchern und nicht der Gewalt.

Andere Artikel zu dem Thema:
Sven Hensel #FBM17 – Frankfurter braune Messe 2017
Nike Leonhard Buchmesse, Meinungsfreiheit und rechte Verlage
Bücherkrähe Nazis auf der FBM, Blogger gegen Blogger, und was wir tun sollten
Jasmin Zipperling Warum es keinen Die-FBM-war-so-mega-toll-Beitrag geben wird
Inko f Books Nazis auf der FBM, das Paradoxon der Intoleranz und die Reaktionen darauf
Schreibtrieb Die Buchmesse: von Vielfalt und Reaktion
Wiebke Tillenburg Nazis auf der Buchmesse

Geister zum Hinstellen oder für Lichterketten

So einfach und schnell, könnt ihr kleine Geister basteln. Dafür braucht ihr nur
– Kompressen
– Gips (ich habe mit der Spachtelmasse aus dem Baumarkt bessere Ergebnisse erzielt, als mit Plaster of Paris)
– Klorollen
– Luftballons oder Tischtennisbälle (Je nachdem welche Art Geister ihr machen wollt)
– Teppichmesser
– Papier
– Pappe oder Moosgummi schwarz
– Bastelkleber

Präpariert zuerst eure „Formen“ für die Geister.

Wenn ihr Tischgeister wollt, dann pustet Luftballons auf (nicht viel breiter als die Klorolle) und faltet Papier zu einer dreieckigen Form, um sie seitlich in die Rolle zu stecken.

 

 

 

Für die Lichterkettengeister, müsst ihr die Klorollen seitlich aufschneiden und enger machen, damit der Tischtennisball nicht durchrutscht. In den Ball solltet ihr mit einem Teppichmesser ein X einschneiden, durch das ihr später das Lämpchen stecken könnt.

 

Jetzt legt ihr euch die Kompressen zurecht.

Für die Tischgeister haben ich vier Kompressen benutzt und  versetzt übereinander gelegt.

Für die Lichterkettengeister habe ich eine Kompresse zu einem Quadrat gefaltet.

Die Masse aus Wasser und Gips sollte flüssig sein, aber auch ausreichend Gips enthalten. Weicht die Kompresse ein, drückt das Wasser raus und breitet die Kompresse vorsichtig wieder aus. Dann legt ihr sie über eure „Form“ und lasst sie trocknen.
Sollte euer Geist beim ersten Mal nicht fest genug werden, dann hattet ihr zu wenig Gips im Wasser, könnt die Prozedur aber Problemlos wiederholen.

Zum Schluss könnt ihr aus schwarzer Pappe oder Moosgummi noch Augen und Münder nach Belieben ausschneiden und auf eure Geister kleben.

Fröhliches Gruseln 🙂

Ist es wirklich Berlin oder doch die Stadt ohne Namen?

Willkommen bei der Blogtour zu Infiziert. Dies ist die zweite Station durch die zerklüfteten Trümmer der verfallenen Welt. Gestern wurden schon die Zombies auf euch losgelassen. Heute zeige ich euch eine sichere Passage durch die Straßenschluchten.

Als ich „Infiziert“ schrieb, habe ich zu Beginn nicht darüber nachgedacht, wo Charlie lebt. Es war zuerst ein fiktiver Ort. Als ich dann an den Punkt kam, an dem ich mir überlegen musste, welchen Namen ich dem Schauplatz meines Buches geben soll, stand ich vor einer komplizierteren Frage, als ich gedacht hatte.
Ich wollte die Geschichte nicht an den üblichen Orten stattfinden lassen, die in Büchern gerne gewählt werden, weil wir sie durch die Massenmedien kennen. Wie viele Zombies sind schon durch die Straßen großer amerikanischer Städte marodiert oder hausten in London? Aber kann ein Buch überhaupt Erfolg haben, wenn der Handlungsort außerhalb der Erwartungen liegt? Welche Erwartungen hat die Zielgruppe meines Romans und will ich den Schauplatz wirklich davon abhängig machen?
Einen interessanten Beitrag zu dem Thema des Schauplatzes findet ihr auch bei:
Thomas the Pommes
Ich tat mich jedenfalls schwer mit einer Entscheidung und schob sie deshalb hinaus. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass es eine gute Idee war, so zu verfahren.
Im Laufe des Schreibprozesses habe ich gemerkt, dass Charlie in Berlin lebt. Das mag sich seltsam anhören, aber ich bin eine intuitive Autorin. Ich schreibe meinen Plotplan zeitgleich mit meinem Buch und lasse die Charaktere bestimmen, was passieren soll. Charlie hat darauf bestanden, dass ihre Stadt Berlin ist und ihrem Charakter treu, ist es ihr egal, ob unsere Prägung durch die Medien Amerika als Schauplatz attraktiver macht, weil New York ein größeres Publikum ansprechen könnte.
Nachdem das feststand, habe ich mit Hingabe die Plätze beschrieben, an denen die Handlung stattfindet. Zwischendurch wohnt Rafaels Gruppe sogar in meiner alten Schule und verfeuert das Holz aus den Werkräumen. Dadurch hatte ich das Gefühl, meine Figuren zu begleiten und ihnen nicht einfach zuzusehen. Charlies Geschichte mit den Bildern aus meinem Kopf zu verknüpfen, die ich von der Stadt habe, in der ich aufgewachsen bin, hat meinen Debütroman für mich auf eine weitere Weise zu etwas Persönlichem gemacht.
Es gibt aber auch Schauplätze, die ich frei erfunden habe. Das Berlin, in dem die letzten Menschen der verfallenen Welt , ist eine Mischung aus echten Erinnerungen und Fiktion. Dadurch wird es zu einem realen Ort, der nicht mir, sondern den Figuren aus „Infiziert“ gehört.
Im Schreibprozess habe ich mich dazu entschieden, den Namen Berlin nicht explizit zu nennen. Es wird im Buch nur von „der Stadt“ gesprochen. Der Sinn dahinter, ist nicht etwa die Unsicherheit, ob ich nicht doch besser einen amerikanischen Schauplatz gewählt hätte. Es ging mir bei der Namenlosigkeit um einen anderen Aspekt.
Welche Bedeutung haben die Namen der Städte noch, wenn die Apokalypse, die menschliche Zivilisation ausgerottet hat? Wir rufen niemanden mehr an, um ihm zu sagen, wo wir gerade sind. Wir schicken keine Briefe mehr. Wie oft denken wir darüber nach, wie unsere Stadt heißt, wenn wir diese Information nicht für andere Menschen von außerhalb brauchen?
Es geht um die Vergänglichkeit der Namen und der Bedeutung, die wir ihnen geben.

Ich hoffe euch hat der persönliche Einblick zum Schauplatz gefallen.
Wenn ihr den vorhergehenden Beitrag zur Blogtour lesen wollt und mehr über Zombies wissen möchtet, dann schaut bei Blue Siren vorbei.
Die nächste Station ist bei Nike Leonhard. Sie weiß spannende Details zum Thema Dystopie und Technik.
Wenn ihr gut aufgepasst habt, dann ist euch das blutige Wort in meinem Text nicht entgangen. Solche blutigen Worte findet ihr auch in den anderen Beiträgen der Blogtour. Sie ergeben einen Satz, den ihr an schreibtrieb-buchblog@gmx.de schicken könnt. Sie lässt euch dann in den geheimen Bunker für Überlebende. Doch nur ein Los kann gewinnen und so wird der Zufall entscheiden, wer von euch das Handbuch zum Überleben in der Zombiekalypse (meinen Roman „Infiziert“) bekommt.
Ich wünsche euch viel Glück dort draußen und noch ganz viel Vergnügen bei der Blogtour zu „Infiziert“.

Infiziert auf Tour

Ein Buch zu veröffentlichen, ist ein Abenteuer. Ich habe in der verfallenen Welt gelebt, während ich „Infiziert“ geschrieben habe. Das war fabelhaft und ich denke gerne daran zurück. Und auch die Extras, die ich jetzt noch machen kann, wie den Trailer, die Dosen und die Verpackung machen mir sehr viel Freude.
Um euch an der Welt von Charlie teilhaben zu lassen und euch Details vorzustellen, die ihr bislang nicht wusstet, veranstaltet die wunderbare Eva mit mir eine Blogtour zu Infiziert. Sechs Stationen hat die fantastische Reise, auf die ihr euch mit uns begeben könnt.
Gleich am Montag geht es los.
TheBlueSiren
Elenor Avelle
Nike Leonhard
BlogBücherei
Schreibtrieb
Emiys Book Bubble
Wie es sich für eine anständige Survivaltour gehört, gibt es eine Schnitzeljagd. Ich könnt in jedem Beitrag ein blutiges Wort finden. In der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt, ergibt sich aus den Worten die Lösungsparole. Wer die kennt, bekommt ein Los für seine Rettung. Aber nur einer wird überleben und bekommt ein signiertes Exemplar von „Infiziert“.

Nähere Informationen folgen. Bitte bleiben sie in ihren Häuser und warten sie auf weitere Anweisungen.

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