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Lust & Laune

Der kreative Wahn der Elenor Avelle

Kategorie

Bücherregal

Geschichtliches

Nach meiner Indianerbuch-Phase, hat mir meine Mutter Bücher aus dem Beltz Verlag geschenkt. Damals kamen die Gullivers Bücher noch in orangem Rahmen daher. Mein erstes Buch in orange war Ich bin ein Stern.
Ich kannte den geschichtlichen Hintergrund zu dem Zeitpunkt nur rudimentär, aber besser als manche meiner Klassenkameraden. Kinder betrachten geschichtliche Hintergründe ja auch anders als Erwachsene. Mit neun Jahren wusste ich, dass der zweite Weltkrieg stattgefunden hatte, ohne ihn wirklich einordnen zu können. Ich wusste, dass schlimme Dinge geschehen waren, an die sich lieber niemand erinnern wollte und das grausame Menschen, eine für mich unvorstellbare Menge an anderen Menschen, gefangen und getötet hatten.
Woran ich mich sehr deutlich erinnern kann, ist unser nachfolgender Besuch im Konzentrationslager Sachsenhausen, der mir vor Augen geführt hat, was ich zuvor gelesen habe. Ich schilderte meine grausigen Eindrücke im Unterricht später so nachhaltig, dass eine Mutter eines Klassenkameraden in der Schule anrief, um sich zu beschweren, dass ihr Sohn davon Albträume bekommen hätte.
Die Ereignisse aus dem Buch spielten sich in Theresienstadt ab, nicht in Sachsenhausen, aber die Beschreibungen von Inge Auerbacher, sind so eingängig, dass ich sie wiedererkannte und nachempfand. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an die Gerüche und das Gefühl denke, die die Räume füllten, wie verzweifelte Geister.
Als Kind ist es unglaublich schwer die furchtbaren Ereignisse aus der Nazizeit zu begreifen, aber die Darstellung im Buch, die Erzählung aus der Sicht des Kindes, hat es mir ermöglicht den Schrecken zu verstehen, den das Mädchen erlebt hat. Es war keine abstrakte Information, sondern ein normales Kinderleben, mit all seinen Sorgen und Wünschen, genau wie meines.
Ich bin ein Stern hat meine ersten Eindrücke zum Holocaust nachhaltig geprägt, weil es das Unerklärliche für mich fühlbar gemacht hat. Das liegt zum einen an der Sprache, die beinahe wie die eines Kindes ist, ohne plump oder simpel zu sein und an den Gedankengängen und Beschreibungen, die in ihrer knappen Klarheit sehr gut nachvollzogen werden können.
Ich bin dankbar, dass Inge Auerbacher diesen Teil ihres Lebens geteilt hat, so dass ich ihn lesen konnte und kann das Buch sehr empfehlen.

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Fang dir Freude mit einem Schmetterling!

Ich habe Ellas Schmetterlinge von Eva – Maria Obermann gelesen.

Bild: http://www.buecher.de/shop/buecher/ellas-schmetterlinge/obermann-eva-maria/products_products/detail/prod_id/48399694/

Das Cover verspricht ein romantisch-sommerliches Lesevergnügen und hält das Versprechen auch. Doch der Inhalt ist nicht ganz so verspielt, wie das Cover vermuten lässt.

Mirijam zieht, ihrem Freund zuliebe, in ein kleines Dorf. Sie kommt dort mit den veränderten Bedingungen nicht zurecht, findet für sich selbst keinen Platz. Nebenan wohnt auch noch die scheinbar fehlerfreie, immer gut gelaunte Dorfmutti Ella.

Wer jetzt eine dahinplätschernde Geschichte mit viel Kitsch und Klischee erwartet, liegt weit daneben. Ich hatte Anfangs Sorge, dass ich mich in Miri nicht hineinversetzen könnte, weil mir ihre Launen gegen den Strich gehen würden, aber das ist nicht passiert.

Stattdessen wartet die Geschichte mit feinem Humor auf und zieht den Leser in eine Welt, die ihm in vielen Bereichen bekannt vorkommt. Überall verbergen sich Details über das Leben an sich, Beziehungsstrukturen, Alltagsprobleme und ja, auch über das charmante und weniger charmante Leben in einem Dorf. Eine stimmungsvolle und überraschende Wendung hat dem Lesevergnügen noch einen zusätzlichen Pfiff gegeben.

Ich fand das Buch hervorragend. Eine wundervolle Kombination verschiedener Komponenten, die mich zum Lachen brachte und für gute Laune gesorgt hat.

Andere Rezensionen zu Ellas Schmetterlinge findet ihr bei:
Bordsteinprosa

 

 

Das erste Buch

Nicht alle Bücher, die wir gelesen haben, haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Geschichten, Bilder und Figuren sind wie Blätter im Wind, die wir nur schemenhaft in unserer Erinnerung vorbeifliegen sehen und nur ab und an sieht man etwas scharf und erinnert sich.

Doch da gibt es auch jene Bücher, die wir nie vergessen. Die Charaktere sind uns wie alte Freunde und die Geschichten geliebte Erinnerungen. So geht es mir mit dem ersten Buch, das ich gelesen habe. Meine Leidenschaft für geschriebene Bücher begann mit Indianergeschichten. Genau genommen mit einer ganz bestimmten, ‚Petah Eulengesicht‘ von Sigrid Heuck.

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Ich las Petah`s Geschichte mit sieben Jahren und sie machte so einen Eindruck auf mich, dass ich auch heute noch eine große Liebe zu indianischen Sitten, Mythen und Geschichten hege.

In der Geschichte geht es um den Indianerjungen Petah vom Stamm der Elchflussindianer, der aufgrund einer Sehschwäche dem Spott seiner Altersgenossen ausgesetzt ist und seinem Vater, dem besten Bogenschützen des Stammes, nicht nachzueifern vermag. Niemand erkennt seinen Wert, bis ihm ein Freund des Stammes, ein Händler, hilft und ihm ‚Zaubergläser‘ (eine Brille) besorgt.
Dadurch verändert sich Petah’s ganze Welt und auch wenn er sich selbst eigentlich nicht verändert hat, nehmen ihn die Menschen um ihn herum anders wahr.
Als die Probleme mit den weißen Männern zunehmen, ist es Petah, der sich und seinem Stamm zu helfen weiß.

Es geht in der Geschichte um viele Probleme und Sorgen, die Kinder zu bewältigen haben. Zugleich erfährt man viel über die Lebensweise der Indianer und auch über das traurige Ende ihrer Kultur. Das alles ist in eine liebevolle, kindgerechte Erzählung verpackt, die ich voller Begeisterung meinen eigenen Kindern vorlese.

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